Oase22+

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Wien
2013-2017

Städtebau

Größe
Planungsgebiet 4,6 ha

Status
kooperatives Planungsverfahren,
Entwicklung des städtebaulichen Leitprojekts als Grundlage für Flächenwidmungs-/Bebauungsplan und Bauträgerwettbewerb

Auftraggeber
WSE Wiener Standortentwicklung GmbH

Projektteam
studio uek

Publikation
WSE Wiener Standortentwicklung GmbH (Hg.): Neu Stadlau. Vom Industrieareal zum modernen Stadtquartier. Wien 2019.

Links
WSE: Neu Stadlau
Stadt Wien

 

Auf einem rund 4,6 ha großen Areal der ehemaligen Waagner-Biro-Gründe in Wien Donaustadt entsteht ein gemischt genutztes Quartier für rund 1500 Menschen. Das Projekt etabliert räumlich vielfältige Situationen: Ausgehend von einer Konzentration der Bebauung an den Rändern werden im Inneren größere durchgehende Freiräume geschaffen. Die drei neuen Binnenräume – das Entrée, das Offene Zentrum und der Marktplatz – mit jeweils typischer Identität fungieren als Impulsorte für die umgebenden Nachbarschaften. Kompakte Bebauungsstrukturen in den Randzonen der Binnenräume bleiben durchlässig und gewährleisten fließende Übergänge sowie ein zusammenhängendes Freiraum-Kontinuum.

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Die Baukörper unterstützen als freistehende Häuser Identifikation und gute Orientierung und tragen so zur Adressbildung im Quartier bei. Die vertikale Gliederung sieht auf Erdgeschoßniveau eine räumliche Fassung durch den zweigeschoßigen Sockelbereich vor. Diese wird durch eine sich darüber entwickelnde 3- bis 8-geschoßige, differenzierte Stadtsilhouette ergänzt, in der drei 9- bis 10-geschoßige Baukörper spezifische Höhenakzente setzen.

Das Quartier wird durch programmatisch gemischte Nutzungen geprägt: Hier entsteht neben hochwertigen Wohnräumen eine neue Urbanität mit Kindergarten, soziokulturellen Nutzungen, Handelsflächen und Gewerbe. Der programmatisch gemischte Charakter des Quartiers wird räumlich durch den klar ausgeprägten Sockel und den darüber liegenden Oberkörper unterstützt. Der nutzungsoffene Sockel ermöglicht mit festgelegten Mindestraumhöhen sowie größeren Gebäudetiefen und durchgängigen Flächen die räumliche Grundlage für urbane Vielfalt und Aktivierung auf Erdgeschoßniveau. Hier entstehen städtische Situationen mit Gassen, Boulevards und Plätzen, die sich zu den Binnenräumen hin öffnen.

Der Oberkörper ist eine zweite Schicht an Bebauung, die sich durch geringere Gebäudetiefen und wechselnde Orientierungen vom Sockel abhebt. Hier ergeben sich vermehrt Durch- und Ausblicke sowie gute Belichtungssituationen. Die wechselnde Orientierung der Oberkörper steuert zudem den Grad an Porosität und ermöglicht so eine sensible Reaktion auf die jeweilige Randsituation. Sockel und Oberkörper bilden eine wiederkehrende Typologie. Auf den Dachflächen der Sockelbereiche etablieren sich Freiraumplateaus, die den zukünftigen BewohnerInnen als hausbezogene Grünräume zur Verfügung stehen.

Architektonische Freiheit und Vielfalt wird unter Berücksichtigung eines festgelegten städtebaulichen Regelwerks möglich: Ein Mantelvolumen definiert den maximalen Perimeter, der baulich nicht überschritten werden darf. Um eine optimale Anpassung an spezifische Nutzungskonzepte zu gewährleisten, wird zusätzlich ein Porositätsfaktor definiert, der in der Ausarbeitung der Häuser als freies Gestaltungsprinzip subtrahiert werden kann.