Oase22

Oase22

Wien
2008 – 2013

Städtebau, Wohnbau

Größe
2,6 ha Planungsgebiet, 1,3 ha Grundstück Realisierung, 13.800m² NFL

Status
Wettbewerb Europan 1.Preis (2007)
städtebauliches Leitprojekts als Grundlage für Bauträgerwettbewerb Oase22 (2008)
Realisierung eines Bauteils: 141 geförderte Wohnungen, 30 betreubaren Wohnungen, geriatrisches Tageszentrum

Auftraggeber
Wien Holding GmbH
Gesiba Gemeinnützige Siedlungs- u. Bau AG

Projektteam
studio uek mit Stefanie Nolz, Julia Wieger
in Zusammenarbeit mit Pesendorfer ZT GmbH
rajek barosch landschaftsarchitektur
PlanSinn Planung & Kommunikation

Links
WSE: Neu Stadlau
Europan Österreich
Europan Europe
Stadt Wien
Wohnfonds Wien

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Preise
Bauwelt-Preis „Das erste Haus“ (2015)
Wiener Wohnbaupreis für Quartiersentwicklung (2015)
Nominierung Mies van der Rohe Preis (2014)
Nominierung Hans-Sauer-Preis „Re:Generationen.Re:Generativ“ (2014)

Publikation
Wolfgang Förster / William Menking (Hg.): Das Wiener Modell. Wohnbau für die Stadt des 21. Jahrhunderts. Berlin 2016.
Architekturzentrum Wien (Hg.): Architektur in Österreich im 20. und 21. Jahrhundert. Wien 2016, S. 356
Christiane Feuerstein, Franziska Leeb: GenerationenWohnen – Neue Konzepte für Architektur und soziale Interaktion. Edition Detail. München 2015. S. 108-113
Bauwelt-Preis 2015. In: Bauwelt 1-2.2015, S. 31-33
Europan Europe (Hg.): Together – An Urban Strategy for a Housing Project in Wien Neustadlau. Paris 2014
Lina Streeruwitz: Gebrauchsanweisung für eine Aneignung. In: Europan 12. Adaptable City. Berlin 2014. S. 266-271
studio uek, Köb & Pollak/Schmoeger, Goya – 319 Logements, Vienne. In: AMC. Le Moniteur Architecture. No 234, Juin – juillet 2014. S. 67
Matthias Boeckl: Oase 22, Wien – Neue Standards im Wohnbau. In: architektur.aktuell 10/13. S. 72-85
Kaye Geipel: Das gedehnte Treppenhaus – Der gemeinsame Weg durch das Quartier. In: Stadtbauwelt 199/36.2013. S. 30-35
Georg Kolmayr: Gestalten. Politik und Architektur im Wiener Wohnbau. In: Archithese 5.2013. S. 48-53
Lina Streeruwitz: Wohnen für Vorstadt-Insulaner. Die Oase 22 von studio uek. In: werk, bauen + wohnen 7-8/2013. S: 36-41
Socrates Startis: „Welcome Back in My Back Yard“: an exploration of urban porosity. In: Ideas Changing. Europan Implementations 2008-2012. Paris 2012. S. 46-50

Ausstellung
Europas Beste Bauten. Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur Mies van der Rohe Award 2015, AZW, Wien, 09.06. – 29.08.2016
Das Wiener Modell. Wohnbau für die Stadt des 21. Jahrhunderts, Aedes Architekturforum, Berlin, 11.06. – 11.08.2016
Ausstellung der Finalisten des Wiener Wohnbaupreises, Rathaus, Wien, 06.05.2015
Bauwelt-Preis Das erste Haus, Bau 2015, München 20. – 24.01.2015
Europan: Bauen als Diskurs, HDA, Graz, 20.09. – 06.10.2012
Ich wohne bis ich 100 bin – Red Vienna, Grey Society, AZW, Wien, 13.08. – 05.10.2009

Vortrag
Vortrag „Oase22“, Eröffnung Europan 13, HDA, Graz, 25.03.2015
Vortrag „Das erste Haus“, Architekturgalerie München, 19.01.2014
Vortrag „Implementations: Oase22“, Europan Intersessions Forum Pavia, 26.09.2014
Vortrag „Bezugsfertig 2013: Aktueller geförderter Wohnbau in Wien“, AZW, Wien, 15.09.2013
Round Table „Wohnen im Alter“, AZW, Wien, 05.10.2009

Im Rahmen des Entwicklungsgebiets Neustadlau entstand auf einer Teilfläche der ehemaligen Waagner-Biro-Gründe das generationengemischte Wohnquartier Oase22. Der städtebauliche Entwurf für das Gesamtprojekt wurde durch drei Teams aus Bauträgern, Architekten und Freiraumplanern umgesetzt. Auf einer Grundstücksfläche von 25.774m² entstanden insgesamt 319 Wohnungen (davon 30 betreubare Wohnungen), ein Geriatrisches Tageszentrum, eine Sporthalle sowie eine Vielzahl an gemeinschaftlich nutzbaren Einrichtungen.

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Das Wohnprojekt Oase22 reagiert in seiner Idee und Konfiguration auf die Insularität der Peripherie – diese wird interpretiert und neu bewertet. Zentrum des Projekts ist der innenliegende, gemeinschaftlich genutzte Gartenhof mit hoher Aufenthaltsqualität, der durch eine klare bauliche Einfassung definiert wird. Die Bebauung folgt dabei weitgehend der speziellen Arealskontur. Durch das stellenweise Abrücken von den Grundstücksgrenzen eröffnen sich außenseitig neue Platz- und Gartensituationen, die das Projekt mit der unmittelbaren Nachbarschaft verknüpfen. Zugleich wird der innenliegende Gartenhof durch die großzügigen Vor- und Rücksprünge der Bebauung in atmosphärisch unterschiedliche Bereiche gegliedert und bildet so eine weitläufige Abfolge differenzierter Binnenräume. Ein über alle Dächer führender Weg, der zwischen den einzelnen Bauteilen durch Brücken verbunden ist, ermöglicht eine zweite Ebene an gemeinschaftlicher Nutzung. Er ist für alle BewohnerInnen frei zugänglich und verbindet eine Vielzahl an Dachterrassen, Pflanzbeeten und Gemeinschaftsräumen.

Die mäandrierende Bebauung wird durch Fugenbereiche unterbrochen, die Durchblicke und Durchwegungen für PassantInnen und BewohnerInnen zulassen. Als programmatische Schnitte verlaufen sie über die gesamte Gebäudehöhe und gliedern so das Projekt in unterschiedliche „Häuser“, die über Gestaltung (Typologie, Fassade) und Programmierung (differenziertes Angebot an Wohnungstypen und Gemeinschaftsfunktionen) ihre jeweils eigene Identität entwickeln. An drei Stellen erweitern sich die Fugen zu zweigeschossigen Durchbrüchen in der Bebauung und bilden so die Hauptzugänge zum Projekt.

Im Bauteil von studio uek befinden sich in den beiden obersten Geschoßen der Fugen nutzungsoffen konzipierte Gemeinschaftsräume und Waschküchen. Jedes Haus verfügt über eine an die Fuge gekoppelte Dachterrasse mit bepflanzbaren Hochbeeten. In der Erdgeschoßzone befindet sich ein geriatrisches Tageszentrum, ein Hausbetreuungszentrum sowie ein großer Spiel- und Festraum mit angeschlossenem Stützpunkt der Nachbarschaftskuratoren. Eine Vielzahl an individuellen Wohnungen wird durch eine Kombinatorik ermöglicht. Einige Wohnungen können ge- oder entkoppelt werden und unterstützen die Idee des generationengemischten Wohnens (Wohnen mit Oma, Wohnen mit Youngster, Senioren-WG). 30 betreubare Wohnungen sind für ein bis zwei Personen konzipiert und barrierefrei ausgestattet. Natürlich belichtete Bäder, intelligente Raumteiler, integrierte Kochzeilen und zugeordnete Einlagerungsräume am Geschoß (z.T. mit Ladestation für Elektrorollstühle) ergänzen das Angebot dieser Wohnungen. Die betreubaren Wohnungen werden vorwiegend durch den mit Sitzbänken ausgestatteten Wohngang erschlossen. Betreubares Wohnen wird so integrativer Bestandteil der Hausgemeinschaft.