Zentrum Oed

Zentrum Oed

Linz
2015-2017

Städtebau, Wohnbau

Größe
Planungsgebiet 2,15ha, 10.314m² NFL Wohnen, 4.040m² NFL Gewerbe

Status
in Bau

Auftraggeber
WAG Wohnungsanlagen Gesellschaft m.b.H

Projektteam
studio uek mit Paul Gröfler, Andreas Lint, Johannes Müller, Much Schwarz, Valeria Tarkhova, Anamaria Vestemean
rajek barosch landschaftsarchitektur
Einreichung, Ausführungsplanung, künstlerische Oberleitung: mia2/ARCHITEKTUR

Info
Realisierung Wettbewerb Europan 13
„All Tomorrow´s Parties“

Vortrag
Vortrag „Europan & studio urbanek”, TU Graz , 06.03.2019

Im Stadtteil Oed entsteht an Stelle des bestehenden Einkaufszentrums ein neues, gemischtgenutztes Zentrum mit hochwertiger Bau- und Freiraumstruktur. Drei Bauteile bilden ein Ensemble, das im Zusammenspiel mit der gegenüberliegenden Bebauung einer bestehenden Wohnsiedlung und einem freistehenden zweigeschossigen Gebäude einen neuen urbanen Platz fasst. Knicke entlang der mehrgeschossigen Baukörper brechen die langen Fassaden zu unterschiedlichen Ansichtssituationen auf und kontrastieren die strenge geometrische Form des Platzes. Der Freiraum bietet hohe Aufenthaltsqualität und erfüllt die Bedürfnisse der wohnenden Nachbarschaft ebenso wie die Anforderungen eines urbanen Zentrums mit einer Vielzahl von Geschäften, Gewerbelokalen und Gastronomie.

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In den drei Häusern werden 89 geförderte und 48 freifinanzierte Wohnungen, ein Wohncluster-Geschoß und rund 3.750m² Gewerbefläche realisiert. Das freistehende Gebäude am Platz bietet neben einer Gastronomienutzung im Erdgeschoß einen frei zugänglichen Outdoor-Sportparcours am begrünten Dach.

Die drei Bauteile gliedern sich jeweils in einen eingeschossigen, überhohen Sockel, der neben Gewerbeflächen auch Gastronomie und Arztpraxen aufnimmt, sowie die darüberliegende, teilweise zurückversetzte Wohnbebauung. Die Sockellokale werden von außen erschlossen; Rücksprünge in der Fassade bieten geschützte Eingangssituationen, die sich in das Fassadenbild einfügen.

Offene Stadtloggien an den Ecken der Sockelgebäude bilden die Adresse für die Wohngebäude. Sie sind attraktive Übergangsräume zwischen dem urbanen Raum und der Privatheit des Hauses. Von hier aus werden die 4 bis 6 Wohngeschoße über innenliegende, natürlich belichtete Stiegenhäuser und großzügige, von Lufträumen durchbrochene Gangflächen erschlossen. Im ersten Obergeschoß öffnet sich der Erschließungsraum jeweils zu einem großzügigen – teils zweigeschoßigen – Gemeinschaftsraum (Spiel- und Festraum, Teeküche, Waschküche, Fitnessraum). Die Gemeinschaftsräume schließen an die Dächer der Sockelbebauung an, die attraktiv begrünt und den Hausbewohnern zugänglich gemacht werden.

Die Wohnebenen der drei Häuser sind als Regelgeschoße organisiert. Die Konzeption der Wohnungen ermöglicht stets einen direkten Sichtbezug zwischen Eingangssituation und Außenraum sowie eine klare Zonierung in private und öffentliche Wohnbereiche. Die Küchen sind in Nischen untergebracht, die bei den größeren Wohneinheiten an der Fassade liegen und Zugang zum Freibereich haben. Eine Besonderheit ist das Wohncluster-Geschoß, das einer Gruppe von Menschen die Möglichkeit bietet zusammen zu wohnen: Ein offener, gemeinschaftlich genutzter Raum (Küchen, Wohnzimmer,…) erstreckt sich über das gesamte Geschoß und wird durch die privaten Einheiten in Teilbereiche gegliedert. Die privaten Einheiten haben ein bis zwei Zimmer und sind jeweils mit eigenen Sanitärräumen und Freibereichen ausgestattet. Das Gesamtgeschoß ist bei Bedarf in kleinere Cluster-Einheiten teilbar.

Die Gestaltung der drei Bauteile beruht auf der gleichen Grundstruktur und gemeinsamen Prinzipien: eingeschnittene Freiräume, tiefe Fensterparapete, Sichtbetonsockel, verputzte Wohngeschoße, etc.. Durch ihre jeweilige Geometrie und kleine Differenzierungen in der Fassadengestaltung, wie unterschiedliche Grautöne der Putzfassaden und Materialität der Brüstungen, erscheinen sie als individuelle Häuser.